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| „Tor zum Neolithikum" |
Tor zum Neolithikum
In der Zeit des
Mittelneolithikums, 4900 bis 4500 vor Chr., war das Weinviertel von einer
bäuerlichen
Gesellschaft besiedelt, die bereits einen hohen Kulturstand erreicht hatte. Das
herausragendste Zeugnis dieser frühen Bauernkultur sind die in großen Siedlungen
gelegenen sogenannten Kreisgrabenanlagen. Die Funktion dieser Anlagen, die mit
großem Aufwand errichtet wurden, wird von der Wissenschaft noch diskutiert. Sie
könnten Schutzbauten vor Feinden und wilden Tieren gewesen sein. Die
Erklärungsmodelle reichen aber auch von politischen und kulturellen
Versammlungszentren bis hin zu Kalenderbauten, astronomischen
Beobachtungszentren und Sonnentempeln.
Der
Verein „Im
Zeichen des Kreises" beschäftigt sich mit der Erforschung der
mittelneolithischen Kultur und sucht auf der Basis der siebentausend Jahre
Bauerngeschichte des Weinviertels nach Verbindungen zwischen der Vergangenheit
und der Zukunft. Obwohl sich die meisten bis Jetzt entdeckten Kreisgrabenanlagen
im Weinviertel befinden, handelt es sich doch um mitteleuropäische Kultur, und
deshalb bemüht sich der Verein seit Anbeginn seiner Tätigkeit um
grenzüberschreitende Kontakte.
Zu einer „Reise in die Vergangenheit" lädt das „Tor zum Neolithikum" in Puch.
Dabei handelt es sich um den ersten Teil eines Gesamtprojektes, das vom
Verein
„im Zeichen des Kreises" für das Weinviertel-Festival 2004 kreiert wurde.
„Wir wollen damit die 7000 Jahre alte Bauerngeschichte und die geheimnisvollen
Kreisgrabenanlagen des Weinviertels in den Köpfen der Menschen wieder lebendig
werden lassen", erläutert Vereinsobfrau LAbg. Marianne Lembacher das
geförderte Projekt.
„In Puch wurde mir dieses Grundstück mit Blick auf die mit Kontrastbepflanzung
sichtbar gemachte Kreisgrabenanlage für ein Kunstprojekt angeboten. Das Tor
hatte zu allen Zeiten in den verschiedensten Kulturen eine sehr starke
Symbolkraft. Ich habe mich mit der räumlichen Situation auseinandergesetzt und
darauf hin ‚Das Tor zum Neolithikum’ als begehbare Skulptur konzipiert”,
sagt die Künstlerin
Irena Ráček. Die neolithischen Bauwerken nachempfundene
Anlage besteht aus drei Teilen. Dem Tor selbst, einem zugespitzten Pfahl als
Richtungsgeber sowie einem Sitz, in Form eines Throns.
Sitzt man am Thron, so gibt der Tordurchlass den Blick frei auf die
Kreisgrabenanlage von Puch. Der Pfahl zeigt dabei exakt auf die Mitte des
Kreises. Als Baumaterial dienten Rundholz und Erdreich aus Puch, das Die
Arbeiten am 4 m hohen und 6 m breitem Tor starteten Anfang September. Die
Bauarbeiten wurden unter Anleitung der Künstlerin von Mitarbeitern des Vereins
“Landschaftspflege Schmidatal”, unterstützt durch Josef Wiesböck, dem Obmann des
Dorferneuerungsvereines durchgeführt. Präsentiert wird das Werk als thematischer
Schwerpunkt der diesjährigen Wintersonnwendfeier in Puch mit Fackeln, Feuer und
Trommelschlag. Ein archaisch anmutendes Stimmungsbild soll entstehen, das dem
Brauch der Sonnwendfeier durch seine diesjährige Verbindung mit dem Tor zum
Neolithikum und mit der Kreisgrabenanlage , wieder an die Ursprünge führt.
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